Mittwoch 12. Dezember 2018

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Romero-Preis 2018

Sein Leben gilt dem Vernetzen von Tausenden Menschen. Gestern wurde der Peruaner Francisco San Martín für sein Lebenswerk in Oberndorf bei Salzburg mit dem Romero-Preis ausgezeichnet. Diesen größten österreichischen Preis für Menschenrechte verleiht SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung Österreich (KMBÖ).

 

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V.l.n.r: Johannes Huber (Raiffeisen Salzburg und Vizepräsident der Kath. Aktion Salzburg) mit Klubobfrau der Grünen Martina Berthold, Preisträger Francisco San Martín, Weihbischof Hansjörg Hofer & Helmut Dachs (KMB Salzburg)

 

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Francisco San Martín (mi.) nahm den Romero-Preis aus den Händen des KMBÖ-Vorsitzenden Ernest Theußl (re.) und des KMB-Vorsitzenden der Erzdiözese Salzburg Helmut Dachs (li.) entgegen.

 

Druckfähiges Foto: Romero-2018.jpg (honorarfrei/Cordero)


„Wir sollten mehr Energie investieren ins Vernetzen als ins Bauen von Mauern.“ So fasste Francisco San Martín sein Verständnis von einem guten Leben zusammen. Fast beschämt zeigte sich der Peruaner über die Auszeichnung, treffe sie doch alle, mit denen er je gearbeitet habe. Dass die Ehrung in Salzburg stattfindet, ist kein Zufall: San Martín studierte hier und forschte zu Wirtschafts-Netzwerken. Nach dem Doktorat baute er in seiner Heimatstadt Trujillo die Entwicklungsorganisation MINKA auf, die mit dem Ansatz des Vernetzens das Leben von Bauern und Kleinunternehmern nachhaltig verändert. „Wenn die Menschen zusammenarbeiten, haben sie bessere Chancen“, ist San Martín überzeugt.

 

Verleihung in Oberndorf bei Salzburg

 

Francisco San Martín nahm den Romero-Preis aus den Händen des neuen KMBÖ-Vorsitzenden Ernest Theußl und des KMB-Vorsitzenden der Erzdiözese Salzburg Helmut Dachs entgegen. "Ich freue mich, dass Francisco San Martín heute den Romero-Preis bekommt. Welche Werte verkörpert die Katholische Männerbewegung mit dem Romero-Preis? Wir leben nicht in einer idealen Welt: es gibt heute noch Hunger, Gewalt und Ungerechtigkeit. Oscar Romero steht dafür, dass wir alle gefordert sind, dass es in unserer Welt weniger Armut, weniger Ausgrenzung  und mehr Gerechtigkeit gibt. Francisco San Martín verkörpert mit seiner Arbeit die Ideale von Oscar Romero. Ich gratuliere ihm ganz herzlich zum Romero-Preis 2018“, erklärte Theußl bei der Feier.

 

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Die Preisverleihung in Oberndorf bei Salzburg fand in Anwesenheit von u.a. Salzburger Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer (2.v.r) , Johannes Huber (Raiffeisen Salzburg und Vizepräsident der Kath. Aktion Salzburg, 1.v.l.) und SEI SO FREI-Salzburg Vorsitzender Helmut Dachs (1.v.r.).

 

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Romero-Preisverleihung (v.l.n.r.): Laudator Dr. Joe Erbler, Ernest Theußl (KMBÖ), Helmut Dachs (KMB-Salzburg), LR Andrea Klambauer, Bürgermeister Peter Schröder, Klubobfrau Martina Berthold, Dr. Francisco San Martín, Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer und Toni Wintersteller (ehemaliger KMB-Salzburg Referent).

 

Gedenken an ermordeten Jesuiten in El Salvador

 

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Am Morgen des 16. November 1989 fand man Ignacio Ellacuría, Segundo Montes, Ignacio Martín-Baró, Joaquín López y López, Juan Ramón Moreno und Amando López erschossen im Garten  der Zentralamerikanischen Universität (UCA) in San Salvador liegend. Mit ihnen wurde auch die Köchin Elba Ramos und ihre Tochter ermordet. Insgesamt acht Menschen kamen am 16. November 1989 ums Leben. Bei der Romero-Preisverleihung wurde im Gedenken der acht Opfer eine Kerze vom Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer angezündet. “Wir möchten im Rahmen dieses Festaktes den Opfern aus El Salvador gedenken. Wir wollen eine Kerze mit der Unterschrift vom Heiligen Romero anzünden und damit ausdrücken, dass wir diese Glaubenszeugen nicht vergessen haben“, so Weihbischof Hofer.

 

 

 

Frieden und Gerechtigkeit

 

„Das Vorbild von Francisco San Martín zeigt uns deutlich, worum es auf der ganzen Welt geht – um Frieden und Gerechtigkeit“, betont Helmut Dachs in seiner Rede. Der Vorsitzende von SEI SO FREI und der Katholische Männerbewegung der Erzdiözese Salzburg freute sich in doppelter Weise über die Auszeichnung von San Martín. „SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung, feiert dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen“, erinnert Dachs. Was 1958 mit einer Hungersnot und dem Hilferuf eines Bischofs auf der Blumeninsel Flores begann, war lange als Aktion „Bruder in Not“ bekannt. „Heute steht die Befreiung aus ungerechten Strukturen, von Hunger und Armut im Zentrum unseres entwicklungspolitischen Engagements“, fasst Dachs zusammen. Dass gerade an dem Ort gefeiert würde, von dem aus die Welt mit dem bekanntesten Friedenslied der Geschichte berühmt wurde, sei der zweite Grund.

 

Preis erinnert an Märtyrerbischof Oscar Romero

 

Der an den salvadorianischen Märtyrerbischof Oscar Romero erinnernde Romero-Preis wird seit 1980 an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise für Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzen. Unter den Preisträgern finden sich Bischof Erwin Kräutler und Waris Dirie. „Bischof Romero steht für Frieden und Gerechtigkeit“, sagt San Martín. „Gerechtigkeit ist auch für mich ein zentrales Thema.“ Schon in frühester Jugend hat er mit seinem Vater über die Ungleichheit in der Gesellschaft diskutiert. „Mein Vater betonte immer, es braucht Bildung, damit sich die Lebensumstände ändern.“ Diese Worte prägten San Martín, der mit seiner Entwicklungsorganisation heute Bildung und Netzwerke fördert.

 

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Link zur Fotogalerie-> Romero-Preis 2018

 

 

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Erzbischof Oscar Arnulfo Romero von San Salvador wurde am 24. März 1980 wegen seines gesellschaftspolitischen Engagements für soziale Gerechtigkeit ermordet.

Der Preis wurde bei der Herbstkonferenz der KMBÖ 1980 in Würdigung dieses Engagements eingeführt.

Durch die Vergabe dieses Preises wird das gesellschaftspolitische und soziale Engagement des Preisträgers anerkannt und gestärkt.

Wer war Erzbischof Oscar Romero? Video auf Youtube


SEI SO FREI verleiht jährlich den wichtigsten Preis für Menschenrechte in Österreich, der mit 10.000 EURO dotiert ist.

 

 

Romero-Preisträgerinnen und Romero-Preisträger

• 2018 Dr. Francisco San Martín, Peru [Video auf Youtube]

• 2016 Dr. Maria Schiestl, Kenia [Video auf Youtube]

• 2014 Frei Anastacio Ribeiro, Brasilien; Sr. Veronica Petri, Tansania [Video auf Youtube]

• 2013 Padre Helmut Nagorziansky, Ecuador [Video auf Youtube]

• 2012 Pfr. Martin Römer, Mexiko [Video auf Youtube]

• 2011 Sr. Maria Pacis Vögel, Kenia [Video auf Youtube]
• 2010 Saria Amillen Anderson, Tansania [Video auf Youtube]
• 2009 Sr. Marco Gneis, Südafrikaunknown [Video auf Youtube]
• 2008 P. Gabriel Mejía, Kolumbien [Video auf Youtube]
• 2007 P. Jose Hehenberger, Brasilien [Video auf Youtube]
• 2006 Pat Patten, Tansania [Video auf Youtube]
• 2005 Günther Zgubic, Brasilien
• 2004 Waris Dirie, Somalia
• 2003 Heribert Hrusa, Ecuador
• 2002 Bischof Charles Palmer-Buckle und Pfarrer Josef Pichler
• 2001 Pater Richard Flatz, Ecuador
• 2000 Vitalino Cuca, Guatemala
• 1999 Bischof Samuel Ruiz, Mexico
• 1998 Sr. Margaretha Moises (CEDAL), Kolumbien
• 1997 Elisabeth Kibuywa, Kenya
• 1996 Sr. Maria Wachtler, Ecuador
• 1995 Bischof Dom Luiz Cappio (Das Volk vom Rio San Francisco), Brasilien
• 1994 Sr. Lise Alarie, Uganda
• 1993 Msgr. Herbert Leuthner, Ecuador
• 1992 P. Hans Schmid und Janira Jesus Souza de Franca, Brasilien
• 1991 P. Adrian Mejia Ixcoy, Guatemala
• 1990 Jesuitenkommunität U.C.A, El Salvador
• 1989 Ludwig Sitter, Peru
• 1988 Bischof Erwin Kräutler, Brasilien
• 1987 James Wainaina, Kenia
• 1986 Bischof Pedro Casaldaliga, Brasilien
• 1985 Hans Hafner, Ruanda
• 1984 Kapläne Helmut Buchegger und Josef Pretz, Zentralafrikanische Republik
• 1983 Bischofsvikar Josef Heissenberger, Ecuador
• 1982 Mutter Maria Herlinde Moises u. Segismundo Acosta Castano, Kolumbien

• 1981 Pater Franz von Tattenbach, Costa Rica

 

 

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