Rosiani war erst fünfzehn, als sie schwanger wurde. Für sie war klar, dass damit die Schule vorbei ist. Doch in der Landwirtschaftsschule Margarida Alves in Ilhéus/Bahia hat sie ihren Platz gefunden. Gemeinsam mit ihrer mittlerweile 18 Monate alten Tochter Raffaela lebt Rosiani jeweils fünfzehn Tage auf dem Schulgelände und anschließend wiederum fünfzehn Tage in ihrem Dorf Limoeiro. Neben den Schulfächern Portugiesisch, Biologie, Mathematik usw. lernt sie, wie sie sich um Tiere wie Ziegen, Schweine und Hühner kümmert und wie ein Wald angelegt wird. Das erworbene Wissen können die SchülerInnen schließlich in ihren Dörfern umsetzen. Besonders Eifrige bekommen sogar eine kleine Ziege oder Küken mit nach Hause, die sie dann selbst aufziehen.
100 Eurosichern den Schulbesuch eines Schülers/einer Schülerin für ein Monat.
Schuldirektorin Romero-Preisträgerin Janira Jesus Souza de Franca erklärt, dass es besonders wichtig ist, auch die Eltern miteinzubeziehen, damit sich in den Dörfern etwas verändern kann. Die DorfbewohnerInnen kämpften meist blutig und hart um die Eigentumsrechte für ihr Land. Doch mit dem Eigentum ist die Arbeit nicht getan. „Menschen, die ihr Leben lang wie Sklaven behandelt wurden, glauben nicht daran, dass sie ein besseres Leben verdienen. Außerdem müssen sie erst lernen, ihr Land richtig zu bestellen.“, meint Janira. Auch die ständig steigenden Lebensmittelpreise in Brasilien zwingen zur Selbstversorgung, um Hunger und Armut zu entgehen. Der Bildungsauftrag der Schule schließt daher die BewohnerInnen von 21 Dörfern mit ein.
Mit 10 Euro kann ein Bauer/eine Bäuerin etwa fünfBäume für einen eigenen Wald pflanzen.
„Aufgrund fehlender Perspektiven ziehen die Jugendlichen in die Städte, um Jobs zu suchen. Doch meist landen sie dort in der Prostitution und im Drogenhandel.“, so Janira. Gemeinsam mit den DorfbewohnerInnen versucht sie die Lebensbedingungen so zu gestalten, dass auch die nächste Generation bleiben kann. Das braucht viel Überzeugungsarbeit, denn die Großgrundbesitzer stehen vor der Tür. Sie bezahlen hohe Summen für das Land. Viele verkaufen daher und wandern ab. In Limoeiro spürt man jedoch die Hoffnung und eine positive Energie. Mit dem vermittelten Wissen der Landwirtschaftsschule konnten im Dorf schon große Flächen wiederaufgeforstet werden. Die Mischwälder liefern wertvolles Brennholz gleich in Dorfnähe sowie reichhaltig Obst für eine gesunde, vitaminreiche Ernährung.
Mit 50 Euro kann eine Bäuerin einen dreitägigen Workshop zu Verarbeitung und Verkauf ihrer Ernte besuchen.
Weitere Informationen zu Wiederaufforstungsprojekten finden Sie in der Aktion „Ein Baum für das Leben“.