Saturday 23. November 2019

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NEWS / AKTUELLES

 

Amazonas-Bischof Paloschi prangert Genozid an Indios an

Salzburg, 31.10.2019 (KAP) Die Gewalt gegen Brasiliens indigene Völker nimmt stetig zu. Darauf hat der Amazonas-Bischof Roque Paloschi im Interview mit "Kathpress" aufmerksam gemacht. Er sprach wörtlich von einem Genozid bzw. auch Ethnozid an den Indigenen Brasiliens, also der Zerstörung der kulturellen Identität der indigenen Völker durch die erzwungene Assimilierung. Erzbischof Paloschi ist Präsident des Indigenen-Missionsrats CIMI der Brasilianischen Bischofskonferenz. Er äußerte sich gegenüber "Kathpress" am Rande einer Tagung in Salzburg, die sich am Mittwoch und Donnerstag mit den Ergebnissen der Amazonien-Synode befasste. Der Erzbischof selbst hatte an der Synode teilgenommen.

Paloschi hatte zuletzt mehrmals scharf Position gegenüber Präsident Jair Bolsonaro bezogen. Dieser würde durch seine aggressive Sprache die Gewalt gegen die Ureinwohner fördern. Freilich, nicht nur der brasilianische Präsident oder seine Regierung, sondern das ganze Land sei geprägt von Vorurteilen gegenüber den indigenen Völkern. Der Bischof sprach von Diskriminierung und auch Rassismus. Die Verfassung von 1988 würde zwar den Indigenen Rechte einräumen, diese Rechte seien aber nie implementiert worden. Den Indigenen würden ihre Rechte auf Kultur, Sprache und Land systematisch verweigert, kritisierte der Erzbischof.

Mord, Gebietsverletzung, Plünderung

Erst im September hatte Erzbischof Paloschi den neuen Jahresbericht des katholischen Indigenen-Missionsrats CIMI vorgestellt. Den darin enthaltenen Zahlen zufolge wurden 2018 deutlich mehr Indios getötet (135) als 2017 (110). Mit 62 Tötungsdelikten im vergangenen Jahr führt der nördliche Teilstaat Roraima die Statistik an. In diesem Gebiet plant die Bolosnaro-Regierung derzeit die Erschließung indigener Reservate zur wirtschaftlichen Ausbeutung. Die zweitmeisten Delikte (38) wurden im Bundesstaat Mato Grosso do Sul registriert. Dort leben Mitglieder des Volkes der Guarani-Kaiowa unter prekären Bedingungen. Viele kampieren an Landstraßen, da große Teile ihres Gebietes von Bauern besetzt sind.

Die Zahl der Gebietsverletzungen in den Reservaten nahm den Angaben zufolge ebenfalls zu. So registrierte CIMI im vergangenen Jahr 111 Fälle von Plünderungen. 76 Indio-Siedlungen seien von Goldsuchern, der Holzmafia oder Landräubern heimgesucht worden; 2017 waren 96 solcher Fälle erfasst worden. Der besorgniserregende Trend setze sich in diesem Jahr fort, hieß es. So seien heuer bislang 160 Fälle illegalen Eindringens in Indigenengebiete gezählt worden.

Ein Ziel des 1972 von der brasilianischen Kirche begründeten Indigenen-Missionsrat CIMI (Conselho Indigenista Missionario) ist es, die Rechte der Indigenen auf Eigenständigkeit und kulturelle Identität bewahren zu helfen. In ganz Brasilien ist CIMI bei rund 180 der etwa 300 indigenen Völker aktiv. Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist der Kampf um das Fortbestehen der derzeit 690 indigenen Reservate, die hauptsächlich in der Amazonasregion liegen. Wie Erzbischof Paloschi sagte, würde es noch bis zu 130 indigene Völker geben, die Kontakt zur Zivilisation ablehnen.

 

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Rückblick der Amazonas Synode in Salzburg mit SEI SO FREI Projektpartner Dom Roque Paloschi, Erzbischof v. Porto Velho und Präsident des Rates für die indigenen Völker in Brasilien sowie Prof. Paulo Suess (beide waren bei der Synode) und den österr. Bischöfen Lackner, Krautwaschl und Freistetter.

 

Indigene kamen selbst zu Wort

Sehr positiv hob der Bischof im "Kathpress"-Gespräch hervor, dass bei der Synode die Indigenen selbst zu Wort kamen. Sie hätten Themen angesprochen, die die Bischöfe selbst so nicht auf ihrer Agenda gehabt hätten.

Paloschi war auch einer jener Bischöfe, die während der Amazonien-Synode in Rom den sogenannten "Katakombenpakt" erneuerten. Mehr als 40 Amazonas-Bischöfe unterzeichneten einen "Pakt für das gemeinsame Haus". Darin geht es um den Schutz der südamerikanischen Region und seiner Bewohner, eine respektvollen Verkündigung des Evangeliums und einen einfachen Lebensstil. Der Pakt wurde am Ende eines Gottesdienstes in der am Stadtrand gelegenen Domitilla-Katakombe unterzeichnet. Die Bischöfe knüpften damit an einen ersten Katakomben-Pakt an, mit dem sich im November 1965 am selben Ort rund 40 lateinamerikanische und einige europäische Bischöfe zu einer Kirche der Armen verpflichtet hatten. Die Kirche müsse eine bescheidene, einfache und dienende Kirche sein, so Erzbischof Paloschi. Das gelte freilich nicht nur für Amazonien, sondern für die ganze Welt.

Er fahre jedenfalls gestärkt und mit neuer Hoffnung von der Synode zurück nach Brasilien. "Wir dürfen uns jetzt keine Wunder erwarten", zeigte sich Paloschi realistisch, aber die Kirche sei nun wieder auf dem richtigen Weg, den es voranzugehen gelte. Dies betreffe etwa auch die Themen der verheirateten Priester und den Frauendiakonat. In beiden Bereichen seien nun auch die regionalen Bischofskonferenzen gefordert, sagte Paloschi.

Paloschi wurde im Mai 2005 zum Bischof der Diözese Roraima im brasilianischen Amazonasgebiet ernannt. In der Bischofskonferenz arbeitet er zu Fragen der Zukunft der Landwirtschaft, sowie zu Caritas, Gerechtigkeit und Friede. Im September 2015 wurde er als Nachfolger von Bischof Erwin Kräutler zum Präsidenten von CIMI gewählt. Seit Oktober 2015 ist er der Erzbischof von Porto Velho im Bundesstaat Rondonia. Sei So Frei arbeitet seit vielen Jahren eng mit CIMI – dem Rat für die indigenen Völker Brasiliens – zusammen.

 

Artikel in den Salzburger Nachrichten:
SN Amazoniens Bischöfe haben nicht lockergelassen (pdf)

Ein Plädoyer für Veränderung von Bischof Erwin Kräutler

 

"Erneuerung jetzt" heißt das im August 2019 erschienene Buch von Bischof Erwin Kräutler. Das Buch gibt von Amazonien aus Impulse zur Kirchenreform. Kommt aus dem Süden ein neuer Wind? Eine kurze Buchvorstellung.

Weht ein frischer Wind aus dem Süden? Das neue Buch von Bischof Erwin Kräutler in Zusammenarbeit mit Mag. Josef Bruckmoser, das im August 2019 erschien, ist ein Plädoyer für Veränderung; es ist das Buch zur Amazoniensynode im Vatikan, die im Oktober stattfindet.

 

Was tun? Was lassen?

 

Die Kirche steht unter Druck. Die Seelsorger werden weniger und weniger und viele Gläubige ziehen sich zurück. Was tun? Was lassen? Welche Prioritäten gilt es zu setzen? Was muss sich ändern, damit es der Kirche gelingt, den Menschen nahe zu sein?

 

Amazonien-Synode in Rom im Oktober 2019

 

Priestermangel sowie soziale und ökologische Konflikte sind im Amazonas-Gebiet schon viel länger virulent als bei uns. Daher blicken die Katholiken Europas neugierig und gespannt nach Rom. Dort findet im Oktober 2019 eine Bischofssynode unter dem Titel „Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ statt. Im Vorbereitungsteam mit dabei ist Erwin Kräutler, seit 54 Jahren im Amazonasgebiet, 35 davon als Bischof.

 

Kirche der Zukunft?

 

In diesem Buch geht er auf die Agenda der Synode ein und zeigt Wege auf für eine Kirche der Zukunft – in Amazonien, aber ebenso in Europa: Schutz für Mensch und Natur, dezentrale Entscheidungsfindung, Leben aus der Bibel und Seelsorge vor Ort mit geweihten, auch verheirateten Männern und Frauen.

 

Die Autoren

 

Erwin Kräutler, geb. 1939 in Vorarlberg, Mitglied der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut, seit 1965 in Brasilien, war von 1981 bis 2016 Bischof der Prälatur Xingu. Für seinen Einsatz für die Umwelt und die indigenen Völker wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit Ehrendoktoraten, mit dem Alternativen Nobelpreis und mit dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.

 

Josef Bruckmoser, Mag., geb. 1954 in Salzburg, Studium der Theologie, von 1989 bis Februar 2019 Redakteur, jetzt ständiger freier Mitarbeiter der Salzburger Nachrichten. Gemeinsam mit Bischof Kräutler verfasste er dessen Bücher „Mein Leben für Amazonien“ und „Habt Mut“.

 

Das Buch

 

Erwin Kräutler

Erneuerung jetzt

Impulse zur Kirchenreform aus Amazonien

In Zusammenarbeit mit Josef Bruckmoser

 

ca. 160 Seiten, 13,5 x 20,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-7022-3786-8

ca. € 19,95

erschien im August 2019 im Tyrolia-Verlag.

 

Artikel aus https://www.dioezese-linz.at/news/2019/08/26/ein-plaedoyer-fuer-veraenderung-von-bischof-erwin-kraeutler

 

 

Kommt die Reform aus Amazonien?
Interview mit Bischof Erwin Kräutler
Salzburger Nachrichten (pdf)

 

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Wasserprojekte von Sei So Frei ermöglichen ein besseres Leben in Tansania

 

Weltwassertag 2019: Die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung engagiert sich seit vielen Jahrzehnten für eine gerechtere Wasserversorgung in Tansania.


Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein wichtiger Beitrag für Gesundheit und gute Ernährung. Um den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu sichern, baut Sei So Frei gemeinsam mit GGF (Grain to Grow Foundation) Tiefbohrbrunnen und Wasserzisternen im Nordosten Tansanias.

„Ihre Familien mit Wasser zu versorgen ist traditionell Aufgabe der Frauen. Dafür müssen sie oft stundenlange Märsche auf sich nehmen. Wird für einen Zugang zu sauberem Wasser gesorgt, verändert dies das Leben der Bevölkerung nachhaltig zum Positiven“, betont Saria Amillen Anderson, Geschäftsführerin von GGF.


In den am stärksten von Dürren betroffenen Dörfern im Nordosten Tansanias baut Sei So Frei Tiefbohrbrunnen: Mit regionalen Spezialisten wird bis zu 65 Meter Tiefe gebohrt und das Wasser mittels mechanischer Handpumpe an die Oberfläche befördert. Ein Brunnen in der Region kann bis zu 5.000 Menschen regelmäßig mit sauberem Wasser versorgen.

Wasserzisternen werden bei Schulen, Gesundheitsstationen oder in Dörfern von der einheimischen Bevölkerung errichtet, um Regenwasser langfristig zu sammeln und vor Schmutz und Licht zu schützen. Bis zu 50.000 Liter Wasser fassen die Wasserzisternen, die Sei So Frei in Musoma baut.


Mit dem Bau von Wasserzisternen und Tiefbohrbrunnen konnte das Wasserproblem in den dürregeplagten Regionen Tansanias nachhaltig gelöst werden, wie die Erfolge der letzten 15 Jahre in der Region zeigen: Trockenperioden von bis zu sechs Monaten stellen keine unmittelbare Bedrohung mehr dar“, erklärt Franz Hehenberger, Projektreferent von Sei So Frei.


„Wir sind so dankbar“, berichtet Jane Samweli aus dem Dorf Rwamkoma, wo 2017 ein Tiefbohrbrunnen gebaut wurde. Seit Sei So Frei solch einen Brunnen in der Nähe ihres Dorfes gebaut hat, ist das Leben für Jane viel einfacher geworden. Sie muss nicht mehr täglich stundenlang gehen und ihre schwere Wasserlast kilometerweit nach Hause tragen. Das Wasser aus dem Brunnen ist frisch und sauber. „Früher waren die Kinder oft schwer krank. Sie haben verschmutztes Wasser getrunken. Heute sind sie gesund. Wir haben Hoffnung. Wir können leben.“

 

Weitere Informationen: www.seisofrei.at/wasserprojekte_tansania

Wasserprojekte von Sei So Frei ermöglichen ein besseres Leben in Tansania

 

Weltwassertag 2019: Die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung engagiert sich seit vielen Jahrzehnten für eine gerechtere Wasserversorgung in Tansania.


Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein wichtiger Beitrag für Gesundheit und gute Ernährung. Um den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu sichern, baut Sei So Frei gemeinsam mit GGF (Grain to Grow Foundation) Tiefbohrbrunnen und Wasserzisternen im Nordosten Tansanias.

„Ihre Familien mit Wasser zu versorgen ist traditionell Aufgabe der Frauen. Dafür müssen sie oft stundenlange Märsche auf sich nehmen. Wird für einen Zugang zu sauberem Wasser gesorgt, verändert dies das Leben der Bevölkerung nachhaltig zum Positiven“, betont Saria Amillen Anderson, Geschäftsführerin von GGF.


In den am stärksten von Dürren betroffenen Dörfern im Nordosten Tansanias baut Sei So Frei Tiefbohrbrunnen: Mit regionalen Spezialisten wird bis zu 65 Meter Tiefe gebohrt und das Wasser mittels mechanischer Handpumpe an die Oberfläche befördert. Ein Brunnen in der Region kann bis zu 5.000 Menschen regelmäßig mit sauberem Wasser versorgen.

Wasserzisternen werden bei Schulen, Gesundheitsstationen oder in Dörfern von der einheimischen Bevölkerung errichtet, um Regenwasser langfristig zu sammeln und vor Schmutz und Licht zu schützen. Bis zu 50.000 Liter Wasser fassen die Wasserzisternen, die Sei So Frei in Musoma baut.


Mit dem Bau von Wasserzisternen und Tiefbohrbrunnen konnte das Wasserproblem in den dürregeplagten Regionen Tansanias nachhaltig gelöst werden, wie die Erfolge der letzten 15 Jahre in der Region zeigen: Trockenperioden von bis zu sechs Monaten stellen keine unmittelbare Bedrohung mehr dar“, erklärt Franz Hehenberger, Projektreferent von Sei So Frei.


„Wir sind so dankbar“, berichtet Jane Samweli aus dem Dorf Rwamkoma, wo 2017 ein Tiefbohrbrunnen gebaut wurde. Seit Sei So Frei solch einen Brunnen in der Nähe ihres Dorfes gebaut hat, ist das Leben für Jane viel einfacher geworden. Sie muss nicht mehr täglich stundenlang gehen und ihre schwere Wasserlast kilometerweit nach Hause tragen. Das Wasser aus dem Brunnen ist frisch und sauber. „Früher waren die Kinder oft schwer krank. Sie haben verschmutztes Wasser getrunken. Heute sind sie gesund. Wir haben Hoffnung. Wir können leben.“

 

Weitere Informationen: www.seisofrei.at/wasserprojekte_tansania

Sei So Frei zu Besuch in Nicaragua

 

Die Rektorin der nicaraguanischen Karibikküste URACCAN, Alta Hooker, der Vizerektor von URACCAN Las Minas, PhD Leonor Ruiz Calderón, der Koordinator von URACCAN Waslala Rosidani Molina und ihr Team begleiteten Franz Hehenberger (Sei So Frei Oberösterreich). Sie besuchten eine Musterfarm, die von einem jungen Absolventen der Universität für Veterinärmedizin in der Region Waslala geleitet wird.

 

Die Rektorin von URACCAN, Alta Hooker Bradford, betonte, dass URACCAN die technische Ausbildung von Jugendlichen in der Kakao-Region fördere. Franz Hehenberger ist der Ansicht, dass Kakao die Zukunft für die Familien am Land sei, da er das ganze Jahr angepflanzt werden kann. Deshalb unterstützen sie die jungen Männer und Frauen dabei, mehr und besser zu produzieren.

 

Weitere Informationen: http://seisofrei.at/nicaragua_kakao

 

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Dr. Franz Hehenberger (li.) besucht einen jungen Bauern in Nicaragua

 

Entwicklungszusammenarbeit hautnah erleben

 

Wiener Universitäten und HORIZONT3000 starten innovatives Praktikumsprogramm zur Förderung der nachhaltigen Entwicklungsziele: Im Sommer 2019 haben Studierende der WU, TU, BOKU und des Instituts für Internationale Entwicklung an der UNI Wien erstmals die Chance Herausforderungen bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) im Rahmen konkreter EZA-Projekte kennen zu lernen. Organisiert werden die Praktikumseinsätze von der NGO HORIZONT3000, die dabei auf ihre langjährige Erfahrung in der Entsendung von Fachpersonal zurückgreifen kann. Finanziert wird das Programm durch Unternehmen, die Austrian Development Agency und der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

 

Weitere Informationen: http://sdg-internship-programme.at/

 

 

 

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